KERALA – GOA – und dann NACH HAUSE!

4 02 2010

KERALA & GOA

Nach 7 Monaten reisen haben wir beschlossen die letzten Tage sehr gemuetlich im warmen zu verbringen. Und dazu sind wir in den Sueden Indiens geflogen, nach Kochin in Kerala. Dort haben wir im ehemaligen portugiesischen Teil “Fort Kochi” sowie am Cherai Beach, einem schoenen Strand auf der Nachbarinsel, ein paar entspannende Tage verbracht. Am Montag stand dann unsere letzte Zugfahrt hier in Indien, und wir haben in den letzten Wochen ja doch eine beachtliche Stundenanzahl in indischen Zuegen (oder beim Warten auf diese) verbracht, auf dem programm. Nach 16 Stunden Fahrt sind wir in Goa angekommen und gleich in unser Hotel gefahren. Fue die letzten 3 Naechte wollten wir uns was schoenes leisten und haben das auch getan! Hier geniessen wir nun die letzten Tage, liegen die meiste Zeit faul am oder im Pool, lesen viel, lassen uns kulinarisch nochmal so richtig verwoehnen und kommen immer wieder zum selben schluss: wie koennen garnicht glauben wie schnell die letzten 7 Monate vergangen sind.

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… und dann nach Hause!

Voll mit den gesammelten Eindruecken, etwas neuer Lebenserfahrung, entspannt und dank der warmen Temperaturen hier in Suedindien sonnenverwoehnt werden wir also am Samstag in der Nacht unseren Heimweg nach Wien antreten!

Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen in der Heimat!

Kathi & Roland



Varanasi, Agra und Amritsar

26 01 2010

In Varanasi kamen wir aufgrund der Zug-Verspaetung tatsaechlich sehr verspaetet an und weil wir so spaet ins Hotel kamen wurden wir dann mit der naechsten “erfreulichen” Ueberraschung konfrontiert: Naemlich dass es kein Zimmer fuer uns gibt und wir in ein anderes Hotel umgebucht werden muessen. Wir haben allerdings extra ein etwas netteres Hotel gebucht und wollten uns nicht einfach mit einem anderen, schlechteren (und wir haben die anderen gesehen, wussten also was uns erwarten wuerde) Hotel abspeissen lassen. Wenn man neun Stunden zu spaet nach einer 17-stuendigen Zugfahrt in einer chaotischen indischen Stadt ankommt dann koennen zwei Stunden die man damit verbringt mit unfaehigem Hotelpersonal zu diskutieren ganz schoen anstrengend sein! Letztendlich bekamen wir doch noch ein Zimmer (wenngleich mit der indischen Version einer Toilette) und am naechsten Tag dann auch ein adequates.

Wir haben uns weil die Zeit in Varanasi eben kuerzer als geplant war einen Auto-Rikshah-Fahrer fuer den Tag gemietet, der mit uns die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten abgeklappert ist. Das war eigentlich sehr nett, allerdings war es auch in Varanasi nicht gerade warm, so haben wir ziemlich gefroren bei dem ganzen Unterfangen. Ganz am Schluss sind wir zum Fluss Ganges gefahren der im Hinduismus als ganz besonders heilig gilt. Jeden Morgen gehen hier viele Menschen am Flussufer – bei den sogenannten Ghats – im heiligen Wasser baden (aus meiner Sicht handelt es sich da aber eher um ein extrem verdrecktes als heiliges Wasser).

Bei zwei Ghats werden auch Verbrennungen von Leichen durchgefuehrt und man kann sich das auch ganz aus der Naehe ansehen. Die Leichen der Toten werden – nach einem Verabschiedungsritual zu Hause – von den maennlichen Verwandten und Freunden auf einer Bahre mit Blumen geschmueckt zum Fluss gebracht. Dort wird der Leichnahm mit Wasser des Ganges bespritzt und dannach wird direkt am Ufer die Leiche verbrannt. Weil es sich dabei aber um ein “normales” Feuer und nicht um ein professionelles Krematorium handelt braucht man mindestens 360 kg von einem speziellen Holz mit genuegend Brennwert damit die Leichen auch ordentlich verbrennen und nur noch Asche uebrigbleibt (die dann in den Ganges gestreut wird). Die ganze Durchfuehrung der Verbrennung kostet im Minimalfall 10.000 indische Rupien (etwa 150 Euro) und das koennen sich natuerlich viele arme Familien nicht leisten. Deswegen gab es auch in der Vergangenheit oft das Problem dass Leichen nur “ein wenig” verbrannt wurden und dann der Rest des Toten in den Fluss geworfen wurde. Was natuerlich kein besonders schoenes Bild gab wenn man als Tourist mit dem Boot ueber den Ganges faehrt und am Boot Leichen vorbeitreiben. Das Problem wird mittlerweile damit geloest dass die Regierung und wohltaetige Organisationen den fehlenden Betrag fuer eine ordnungsgemaesse Verbrennung bei armen Familien beisteuern und es somit mittlerweile fast immer zu “ordnungsgemaessen” Bestattungszeremonien kommt.

Jetzt haben wir uns natuerlich gefragt warum die Armen das ueberhaupt machen? Warum wirft man einen halbverbrannten Angehoerigen in den Fluss anstatt ihn wie bei uns ueblich zu begraben? Im Hinduismus glaubt man daran dass das Feuer die Seele reinigt. Die Verbrennung dient also dazu die Seele des Verstorbenen zu reinigen und die Seele ins Nirvana aufsteigen zu lassen (wenn man in Varanasi stirbt kommt die Seele ins Nirvana und findet dort ihre Ruhe und wird nicht wiedergeboren, ansonsten bleibt die bereinigte Seele “im Umlauf” und wird in einem anderen Lebewesen wiedergeboren. Es ist auch interessant das an der Verbrennungs-Zeremonie nur Maenner teilnehmen duerfen. Die weiblichen Verwandten und Freunde muessen sich schon zu Hause vom Verstorbenen verabschieden weil man glaubt dass die Seele nicht ins Nirvana aufsteigen kann wenn bei der Bestattung geweint wird. Und weil die Frauen dafuer generell zu anfaellig sind ist es ihnen nicht gestattet dem Bestattungs-Ritual beizuwohnen. Auch noch interessant: Es gibt 6 Personen-Gruppen deren Seele schon zu Lebzeiten als rein angesehen wird und in deren Totesfall es nicht notwendig ist sie dem Feuer zuzufuehren. Alle habe ich mir nicht gemerkt, aber unter anderem gehoeren Schwangere, Lepra-Kranke und Kinder unter 9 Jahren dazu. Auch sie muessen natuerlich wenn sie sterben in “Mutter Ganges” – so wird der Fluss auch genannt – bestattet werden. In diesem Fall wird der Leichnahm mit Steinen beschwert und in der Mitte des Flusses versenkt.

Diesen Fall haben wir zum Glueck nicht gesehen, aber wir haben in den engen Strassen der Altstadt einige Prozessionen gesehen wo Maenner Tote auf Bahren zum Ganges bringen. Und auch die Feuer-Bestattung eines Toten konnten wir ganz aus der Naehe mitverfolgen. Aber was zunaechst fuer uns eigenartig oder sogar abstossend anmutet erweisst sich dann mit dem richtigen Hintergrund-Wissen ausgestattet dann doch als ganz nachvollziehbar und verstaendlich.

Von Varanasi sind wir (natuerlich wieder mit Verspaetung) zurueck nach Delhi geflogen und haben uns am naechsten Tag mit dem Zug auf den Weg nach Agra gemacht um dort den Taj Mahal und das Agra Fort zu besichtigen. Dass wir auch bei diesem Zug wieder Verspaetung (ueber 4 Stunden) hatten und der Zug am Abend zurueck ueberhaupt gestrichen wurde und wir mit zwei anderen Touristen mit einem Taxi zurueck nach Delhi fahren mussten brauch ich wohl gar nicht mehr extra zu erwaehnen.

Jedenfalls waren beide Sehenswuerdigkeiten, insbesonders aber der Taj Mahal den Ausflug allemal wert. Der Taj Mahal ist eigentlich eine Grabstaette die der Mughal-Herrscher Shah Jahan fuer seine zweite Ehefrau die bei der Geburt ihres vierzehnten (!) Kindes gestorben ist. Praechtig, maechtig, beeindruckend, wunderschoen, faszinierend und einzigartig sind ein paar der Adjektive die mir spontan zum Taj Mahal einfallen. Allemal einen Abstecher wert wenn man in Indien ist! Ach ja, eine Sache gilt es noch zu erwaehnen weil sie bei vielen Sehenswuerdigkeiten auftritt aber beim Taj Mahal besonders intensiv ausgepraegt ist: Die Unterscheidung zwischen Inlaendern und Auslaendern bei den Eintrittspreisen. Beim Taj Mahal darf man als Tourist den 75(!)-fachen Eintritt im Vergleich zu den Indern zahlen. 10 Rupien fuer Inder, 750 fuer Auslaender (15 Cent versus 11,50 Euro). Ein wenig zu differenzieren ist ja gut und wir Touristen sollen ja auch fleissig Geld im Land lassen aber dieser Preis-Unterschied ist schon fast a bisserl frech. Die armen Inder koennen ohnehin nicht nach Agra reisen um den Taj Mahal zu besichtigen und die, die es sich leisten koennen koennten allemal mehr als 15 Cent beisteuern. Naja, was soll’s, ich fand’s jedenfall interessant zu erwaehnen.

Zu Amritsar: man kann schon fast von Glueck sprechen dass der Zug nach Amritsar auch waehrend der Fahrt nochmal ordentlich Verspaetung dazubekommen hat und so kamen wir statt wie geplant um 19.15 am Abend um 06.15 am Morgen in Amritsar an. So hatten wir doch zumindest fast eine ganze Nacht Schlaf, wenn auch nicht wie geplant in einem gemuetlichen Bett sonders im Zug.

Wir wurden gleich sehr nett begruesst und fuhren ins Haus der Uppals, bei denen wir das Wochenende verbracht haben. Zum zweiten Mal kamen wir somit also in Genuss der indischen Gastfreundschaft.

Wir haben gleich mal den ganzen Vormittag verschlafen, was aber nicht so tragisch ist denn in Amritsar gibt es nicht allzu viel zu sehen. Dafuer aber zwei ordentliche Highlights: Den goldenen Tempel in Amritsar und die indisch-pakistanische Grenze, die nur 30 km von Amritsar entfernt ist und an der jeden Abend bei Sonnenuntergang ein einmaliges Grenz-Schliessungs-Zerimoniell stattfindet.

Da sind wir natuerlich hingefahren und das war wirklich ein lustiges Ereignis. Eigentlich ist es gar nicht lustig gemeint, denn die indischen Soldaten auf der einen Seite und die pakistanischen auf der anderen Seite liefern sich im Rahmen dieses Zeremoniells sozusagen einen Wettkampf in dem sie sich gegenseitig zu uebertrumpfen versuchen und der jeweils anderen Seite demonstrieren wollen dass sie die besseren, mutigeren, staerkeren, etc. sind. Das mutet allerdings eher komisch an und fuehrt insbesondere bei den auslaendischen Touristen eher zu Grinsen als zu Ehrfurcht. Jedenfalls ist die halb-stuendige “Show” eine ziemliche Attraktion, so mussten an der Grenze auf beiden Seiten Tribuehnen errichtet werden um den vielen Zusehern die jeden Abend hierher kommen auch genuegend Platz zu bieten. Und nicht nur die Soldaten beider Seiten wollen einander ueberbieten sondern auch die Zuseher. Da wird geschrieen, getanzt, geklatscht und generell jede Menge Wirbel gemacht um die andere Seite zu uebertrumpfen. Der eigentliche Grund des Zeremoniells ist allerdings dass die jeweiligen Fahnen eingeholt werden und damit die Grenze fuer den Tag geschlossen wird ehe am naechsten morgen die Grenze wieder geoeffnet wird (dann aber unspektakulaer, ohne grossem Getue).

Das andere Highlight war der goldene Tempel in Amritsar, den wir gleich zweimal, einmal am Abend und dann nochmal bei Tageslicht am naechsten Tag besichtigt haben. Der goldene Tempel ist die heiligste Staette der Sikhs, und weil man im Sikhismus an die Gleichheit aller Menschen glaubt ist auch jeder – unabhaengig der Rasse oder Glaubensrichtung – im goldenen Tempel willkommen. Der Gedanke der Gleichheit der Menschen fuehrt auch zu einer guten Sache in Amritsar: innerhalb der Tempelanlage gibt es eine riesige Kueche und dort werden kostenlos jeden Tag 60.000 bis 80.000 Menschen verkoestigt. Man bekommt dort das Essen und setzt sich in eine Reihe mit allen anderen auf den Boden. Wir haben das nicht gemacht, aber viele (insbesonders arme) Menschen nehmen das natuerlich gerne in Anspruch und so sagt man auch dass in Amritsar kaum jemand verhungern kann weil man eben bei Tempel rund um die Uhr etwas zu essen bekommt.

Der Tempel ansich ist wunderschoen inmitten eines grossen Wasserbeckens innerhalb eines grossen Arkadenhofs gelegen und ganz im Gegenteil zum Rest der Stadt absolut sauber gehalten. Es gibt auch viele freiwillige Glaeubige die den ganzen Tag die Tempelanlagen sauber halten. Der Tempel besteht zu einem grossen Teil aus Kupfer, allerdings wurden angeblich auch 750 Kilo reines Gold verwendet, daher auch der Name. Wie der Taj Mahal ist auch der goldene Tempel so ein Ort der eine gewisse Magie auf die Besucher ausuebt. Das ist schwer zu beschreiben aber man kommt dort hin und hat ein ganz besonderes, beruhigendes Gefuehl in sich. Vielleicht liegt es auch an den vielen Glaeubigen die ihre Rituale hier ausueben oder an den spirituellen Gesaengen die aus den Lautsprechern zu hoeren sind, jedenfalls liegt da etwas sehr spezielles in der Luft.

Den Rest des Wochenendes haben wir im Kreise der Familie verbracht. Und obwohl wir diese Leute ja gar nicht gekannt haben, haben sie es geschafft dass man sich innerhalb von Minuten wie zu Hause fuehlt und man sich total wohl fuehlt. So konnten wir uns heute Morgen auch nur schwer von Vaibhav, Sadhika, Asha und Winot und den Hunden Abu und Sheril verabschieden.

Fuer uns geht es jetzt ein letztes Mal zurueck nach Delhi wo wir den morgigen Feiertag, den Republic-Day, ruhig verbringen werden bevor wir dann am naechsten Tag das kuehle Klima im Norden Indiens hinter uns lassen werden und fuer den Endspurt unserer Reise in den warmen Sueden fliegen werden.

Fotos gibt es auch wieder neue: India Part 3



Udaipur – Jaipur – Delhi – Varanasi

20 01 2010

Von Delhi fuhren wir also mit dem Nachtzug nach Udaipur. Die Nachtzuege sind hier in Indien eigentlich recht komfortabel (zumindest wesentlich komfortabler als so manch andere Nacht-Transportmittel die wir im Laufe der Reise schon verwendet haben) und man kann recht grosse Distanzen ueber Nacht mit den Zuegen zuruecklegen. Allerdings gibt es verschiedene Klassen und als Tourist sollte man darauf achten nicht in einer zu niedrigen Klasse zu reisen, weil da geht’s – angeblich – schon a bisserl abenteuerlich zu. Aber auf dieses Experiment haben wir uns diesmal gar nicht eingelassen und alle unsere Zugtickets fuer Indien in einer vernuenftigen Klasse gebucht.

In Udaipur haben wir drei Tage verbracht, was auch gar nicht schwer ist weil es eine wirklich sehr schoene Stadt ist. Vor allem ist sie im Gegensatz zu anderen Staedten hier in Indien mit der notwendigen Infrastruktur fuer Touristen ausgestattet: also reichlich Internet-Anbieter, nette Cafes und viele Dach-Terassen-Restaurants mit wunderschoenen Ausblicken auf die Stadt. Und weil Indien manchmal ein bisschen stressig und anstrengend ist, sind diese Dinge als Rueckzugsmoeglichkeiten zwischendurch von nicht zu unterschaetzender Bedeutung fuer uns Reisende.

Udaipur selbst ist von den Aravalli-Bergen umgeben und in der Mitte der Stadt steht der beeindruckende Stadt-Palast, am Ufer des ebenfalls im Zentrum der Stadt gelegenen Pichola-Sees. Inmitten des Sees gibt es noch einen zweiten Palast, den See-Palast, der frueher vom Maharatsha (= in etwa Koenig einer Region) als Sommer-Residenz verwendet wurde, mittlerweile allerdings in ein Nobel-Hotel umfunktioniert wurde. Es gibt immer noch einen Maharatsha in Udaipur, allerdings fliessen seit Indiens Unabhaengigkeit im Jahre 1947 keine finanziellen Mittel mehr an die Maharatshas (von denen es in Indien noch eine Menge gibt). So sah sich einer der Vorfahren des jetzigen Herrschers gezwungen Teile des Stadt-Palastes in ein Museum und den See-Palast eben in ein Hotel umzuwandeln und mit diesen beiden lukrativen Einnahmequellen ist es der Maharatsha-Familie nach wie vor moeglich ein Leben in unglaublichem Wohlstand zu fuehren. So hat der Maharatsha beispielsweise eine Sammlung von 22 Oldtimer und Classic Cars, die wir uns ebenfalls angeschaut haben und mit denen er zu besonderen Gelegenheit auch durch Udaipur faehrt (oder gefahren wird). Eine Augenweide fuer Auto-Freunde, unter seinen Sammlerstuecken ist ein 1938er Cadillac und auch ein 1934er Rolls Royce Phantom (und weil man ja nicht geizen will hat er den, der im James-Bond-Film Octupussy verwendet wurde).

Aber auch die schoene Stadt Udaipur kann nicht die ueberall praesente Armut verbergen. Wir haben in einem relativ netten Hotel gewohnt von dessen Dach-Terasse wir einen schoenen Blick auf den gegenueberliegenden Jagdish-Tempel gehabt haben. Einer der Tage an denen wir vor Ort waren war ein Feiertag an dem die Bevoelkerung die Moeglichkeit hat den Armen etwas abzugeben. So sassen rund um den Jagdish-Tempel die Armen aufgefaedelt und warteten dass die Leute durchgehen und ihnen ein bisschen zu Essen, Kleidungsstuecke oder ein bisschen Geld geben. Und weil natuerlich nie genug fuer alle da ist und unter diesen Umstaenden natuerlich jeder versucht der erste zu sein und etwas fuer sich und seine Familie zu ergattern gab’s dort auch unglaubliche Feindseligkeiten unter den Armen und ohne Polizei-Praesenz haette es sicherlich die eine oder andere groebere Auseinandersetzung gegeben. Naja, und das ist also wieder mal eine dieser Episoden die einen Indien-Besuch so schwierig macht. Da sitzt man also in seinem Hotel im Dach-Terassen-Restaurant und nimmt ein leckeres Fruehstuck zu sich und unter auf der Strasse kaempfen (fast im wahrsten Sinne des Wortes) die Leute ums Ueberleben. Man kann sich also vorstellen wie gut einem da sein Fruehstueck noch schmeckt.

Auch in Jaipur, wo wir nach Udaipur fuer einen Tag Zwischenstopp eingelegt haben lenken die Armut und der Dreck viel zu stark von einer ansich schoenen Stadt ab. Es faellt also schwer die schoenen Dinge zu geniessen wenn man das staendig vor Augen hat. In Jaipur brauchten wir auch einmal eine kleine Auszeit vom Chaos und den vielen Leuten in den Strassen und mangels netter Restaurants haben wir “Zuflucht” in einer McDonald’s-Filiale gefunden und dort zu Mittag gegessen. Merke: Sitze in Indien in Restaurants lieber nicht an Fenster-Plaetzen! Begruendung: Der Burger schmeckt nicht wenn sich total heruntergekommene Strassenkinder einen Meter entfernt mit hungrigen und herzzerreissenden Blicken gegen die Fensterscheibe pressen in der Hoffnung ein bisschen was vom Essen abzubekommen. Das war heftig, und Kathi hat beschlossen eine handvoll Burger zu kaufen und sie beim Rausgehen an die Kinder zu verteilen. Was ansich gut gemeint war hatte den Effekt dass innerhalb von Sekunden eine ganze Scharr von Kindern und Muettern mit Kleinkindern um uns waren die natuerlich alle etwas wollten und wir dann – nachdem die Burger erschoepft waren – mindestens 20 Menschen muehsamst abwimmeln mussten und ihnen klar machen mussten dass nichts mehr fuer sie da war. Aber immerhin, ein paar haben was bekommen, man weiss nur eben echt nicht wo man anfangen soll.

Als kleines Zwischenfazit kann ich also schonmal sagen dass ich dem oesterreichischen Durchschnitts-Raunzer, zu dem ja fast alle von uns in Oesterreich zaehlen (weil wir halt einfach so gut im Jammern und Sudern und Raunzen sind) empfehlen wuerde mal einen Abstecher nach Indien zu unternehmen. Da wird man ungemein schnell wieder bescheiden und dankbar und demuetig ob der Tatsache in einem so reichen Land wie Oesterreich geboren worden zu sein.

Von Jaipur ging’s weiter in die Hauptstadt Delhi. Gestern haben wir uns nach einem ziemlich faulen Vormittag (was aber auch damit zu tun hat dass wir uns seit einer Woche mit einer unangenehmen Verkuehlung herumschlagen) dann doch noch aufgerafft ein bisschen Sight-Seeing zu machen und haben uns das beruehmte Red Fort angesehen. Delhi wird fuer uns die naechste Woche auch immer wieder Drehscheibe fuer unsere verschiedenen Destinationen sein. Jetzt gerade sitzen wir im Zug von Delhi nach Varanasi (der zu unseren grossen “Freude” aufgrund von Nebel statt um 20.40 erst um 02:30 abgefahren ist), der heiligsten Stadt Indiens. Wir muessen uns darauf Vorbereiten auch einige Tote in dieser Stadt am Ganges gelegen zu Gesicht zu bekommen. Denn viele Menschen kommen nach Varanasi zum Sterben weil die Hindis glauben dass wenn man in Varanasi stirbt der Zyklus der Wiedergeburt unterbrochen wird und man somit nicht mehr wiedergeboren wird. Mal schauen also, was uns dort erwartet.

Weil wir jetzt laenger nicht ins Internet gekommen sind, sind wir mittlerweile sogar aus Varansi (wieder mit Verspaetung, diesmal der Flieger) zurueck in Delhi. Morgen geht’s zum Taj Mahal. Aber darueber gibt’s beim naechsten Eintrag mehr.



Mumbai (Bombay)

9 01 2010

Wir werden hier in Mumbai richtig verwoehnt. Wir wohnen in der Wohnung der Familie von Bekannten von mir – Prerna und Priyanka – und wir geniessen die indische Gastfreundschaft in vollen Zuegen.

Die beiden indischen Maedls kenne ich noch aus Studienzeiten, damals haben sie eine Reise nach Europa unternommen und ich habe ihnen ein wenig von Wien und Oberoesterreich gezeigt. Als ich Prerna nun geschrieben hab dass wir nach Indien kommen haben sie uns kurzer Hand eingeladen die Zeit in Mumbai mit ihnen zu verbringen. Und das zahlt sich fuer uns extrem aus, weil wir auf diese Weise einen tollen Einblick ins Leben einer (wohlhabenderen) indischen Familie bekommen. Und es fiel uns auch gar nicht schwer uns schnell wie zu Hause zu fuehlen. Die ganze Familie (das sind die Toechter Prerna und Priyanka, die Eltern JD und Usha, Sohnemann Anuj und quasi 2. Sohnemann Labrador Zar, der wie der Name schon sagt auch wie ein kleiner Koenig behandelt und verwoehnt wird) ist unglaublich nett zu uns und wir wurden sofort ins Familien-Geschehen integriert. Die indische Gastfreundschaft geht weit ueber die bei uns gewohnte hinaus, da fuehlt man sich am Anfang sogar ein bisschechen ueberbehuetet. So wurden wir zum Beispiel staendig zu verschiedenen Reise-Bueros gebracht um sicher zu gehen dass wir die besten Tickets fuer unsere geplanten Zug-Reisen innerhalb von Indien bekommen. Und als wir erzaehlt haben dass wir in den Norden nach Amritsar wollen wurde kurzerhand beschlossen dass wir dort beim Bruder von Prernas und Pryankas Vater wohnen werden. Da gibt’s gar keine Widerrede, das ist hier eine Selbsverstaendlichkeit und es wuerde eher als Affront aufgefasst werden wenn wir lieber in ein Hotel gehen wuerden (was wir aber ohnehin nicht wollen, weil wenn der Bruder genauso lustig ist wie Prernas und Pryancas Vater dann wuerden wir uns da ohnehin was entgehen lassen wenn wir ihn nicht besuchen wuerden).

Die Uppals, so der Name der Familie, sind eine relativ wohlhabende Familie und wir mussten uns erstmal daran gewoehnen dass es hier ein Dienstmaedchen gibt dass sich um alles kuemmert. Das ist man als Europaer gar nicht gewoehnt und es faellt am Anfang schwer sich so bedienen zu lassen. Wenn wir durstig sind bringt uns das Dienstmaedchen etwas zu trinken, das selbe gilt fuer’s Essen und vorm Ausgehen wird sogar noch mein Hemd gebuegelt. Aber das ist hier ganz normal und dieses Dienstmaedchen ist auch schon seit Jahren bei der Familie und es geht ihr hier wesentlich besser als in der Gegend in der sie aufgewachsen ist. Und das obwohl sie im Wohnzimmer am Sofa schlaeft und im Prinzip rund um die Uhr zur Verfuegung stehen muss (aber auch das ist normal und die meisten Dienstmaedchen schlafen ueberhaupt am Kuechenboden). Darum faehrt sie auch nur einmal im Jahr fuer ein paar Wochen nach Hause und ist dann immer wieder froh zurueck zu kommen, man kann sich also vorstellen unter welchen Bedingungen viele Menschen hier leben muessen.

Wir haben die letzten Tage dazu verwendet Mumbai etwas kennenzulernen. Wir wohnen hier im Viertel Mulund und das ist doch ziemlich weit vom Zentrum entfernt, aber wir haben es dennnoch schon ein paar mal in die Stadt geschafft um uns die Sehenswuerdigkeiten anzusehen oder um so wie gestern auf die Elefanta Island zu fahren um uns dort die beruehmten Hoehlen anzusehen (die Elefanta Caves sind eines der Unesco Weltkulturerbe hier in Indien). Der Weg in die Stadt geht so: Zuerst mit einem Moped-Rikshaw zur Zug-Station, dann mit einem Lokal-Zug ca. 45 min zum Hauptbahnhof und von dort nochmal je nach Tageszeit 20 bis 60 Minuten mit dem Taxi ins eigentliche Zentrum. Gestern haben wir beispielsweise fast zwei Stunden gebraucht um zum Gateway of India – eine der beruhemten Sehenswuerdigkeiten – zu gelangen. Was ist sonst noch sehenswert in Mumbai: Die Universitaet und der High Court, zwei wunderschoene Gebaeude aus britischer Kolonial-Zeit und das Taj Mahal Palace Hotel, dass 2008 Ziel der Terror-Anschlaege war. Und darueber hinaus zahlt es sich aus einfach ein paar Stunden durch das Zentrum zu schlendern und das rege Treiben zu beobachten.

Wir haben auch fuer 2 Tage diese Woche Mumbai verlassen um ins nahe gelegene Matheran zu fahren. Matheran ist ein Erhohlungsort in den Bergen gelegen (wenn man 600 Meter Seehoehe schon als Berg bezeichnen moechte) in dem es ziemlich ruhig zugeht. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass keine Autos in Matheran erlaubt sind und man mit einem ganz kleinen Zug ueber eine spektakulaere Eisenbahn-Strecke den Berg hinauf fahren muss. Die Zugfahrt ist auch das eigentliche Highlight von Matheran, weil der Ort selbst hat wahrlich nicht viel zu bieten. Besonders jetzt in der Nebensaison ist es dort unglaublich ruhig, so waren wir nur 4 Gaeste in einem Hotel mit ueber 40 Zimmern. Was allerdings toll war in Matheran ist die Tatsache dass man in der Gegend schoene Wanderungen unternehmen kann, man absolute Ruhe geniessen kann (und das tut nach ein paar Tagen im Rummel von Mumbai gar nicht schlecht) und dass man staendig frei-lebende Affen sieht. Wir haben soviele wie nie zuvor hier in Matheran gesehen, und die sind so frech mittlerweile dass sie sich auch schon bis in das Dorf vorwagen und man immer ein bisschen aufpassen muss dass die Affen einem nicht die Sachen stehlen oder dass man nicht unabsichtlich einen Affen provoziert – weil die auch ganz schoen gefaehrlich sein koennen.

Zurueck in Mumbai durften wir auch gleich wieder Zeugen einer typischen indischen Familien-Angelegenheit werden. Weil Pryanka sich mit ihrem Freund verloben moechte, wurde die Familie ihres Freundes (inklusive der Schwester der Mutter) am Abend eingeladen und dann wurde ganz formell ueber die Einzelheiten der Verlobung gesprochen. In Indien ist auch die Verlobung schon eine grosse Sache und so wird es im Maerz Verlobungsfeierlichkeiten mit mehr als 150 Personen geben. Aber das ist noch gar nichts, denn wenn dann die Hochzeit stattfinden wird werden ca. 2000 Personen dabei sein.

Was gibt’s sonst noch an ersten indischen Eindruecken zu berichten? Ganz klar am staerksten faellt vom ersten Moment an die ungemeine Diskrepanz zwischen Arm und Reich auf. Das ist ja kein neues Thema fuer uns weil wir mittlerweile viele arme Laender auf unserer Reiseroute besucht haben, aber Indien ist diesbezueglich nocheinmal auf einem ganz anderen Level. Schaetzungen gehen davon aus dass ca 25 % der Bevoelkerung Indiens (also mehr als 250 Millionen Menschen!) mit weniger als 20 Rupien pro Tag auskommen muss (zwanzig Rupien entsprechen derzeit etwa 30 Euro-Cent!). Das Durchschnittseinkommen lag 2008 bei 977 USD (pro Jahr wohlgemerkt, nicht pro Monat) und aufgrund der Armut schaetzt man dass mindestens 50 Millionen Kinder zwischen 5 und 15 Jahren in Indien Vollzeit-Arbeiter sind und somit keine Ausbildung bekommen koennen.

Das sind die blossen Fakten, aber auch ohne diese Zahlen wuerde man es auf den ersten Blick erkennen. Erschreckend und besonders ungewohnt ist fuer uns hier in Mumbai die Art und Weise wie Arm und Reich nebeneinander existieren. Hier gibt es nicht so wie sonst immer reichere und aermere Viertel sondern alles ist vielmehr vermischt. Man geht durch eine relativ schoene Gegend, geht einmal ums Eck und ist auf einmal mitten im Slum. So auch hier in der Gegend in der wir hier wohnen. Schoene grosse Wohnanlagen die sich nur die wohlhabenderen leisten koennen und dann nur ein paar Minuten entfernt wieder Slums in denen die Menschen unter unsagbaren Bedingungen leben muessen. Dieser extreme Kontrast zwischen Arm und Reich wird uns wohl die naechsten Wochen ueber begleiten und wir sind auch gut darauf eingestellt, aber ganz so leicht ist das halt nicht immer wegzustecken.

Nun liegt das Wochenende vor uns und wir werden es noch hier in Mumbai verbringen. Wir koennen also noch zwei Tage die ungemein leckere indische Kueche hier bei den Uppals geniessen bevor wir uns dann am Sonntag Abend mit dem Nacht-Zug Richtung Norden nach Udaipur aufmachen werden.

p.s.: Fotos gibt’s natuerlich auch schon online, India Part 1!



Bangkok

1 01 2010

Hallo.

Wir haben ein paar neue Fotos online gestellt:
Thailand Part 3

Viel Spass und liebe Gruesse!



Guten Rutsch!

31 12 2009

Gemeinsam mit meiner Mama und Herbert haben wir 3 wunderschoene und entspannende Tage auf Koh Samui in einem komfortablen Beach Resort verbracht. An der Tagesordnung lag vor allem im Pool plantschen, in der Sonne braten und natuerlich viel und lecker essen und trinken  und jede menge Spass! Das haben wir sehr genossen!

Am 26. Dezember haben wir uns dann vorerst verabschiedet, Mama und Herbert sind in den Norden thailands nach Chiang Mai geflogen und Roland und ich sind mit der Faehre 2 Inseln weiter nach Koh Tao gefahren. Koh Tao haben wir uns ansich ganz anders vorgestellt und waren fast etwas enttaeuscht, dass es nicht das unberuehrte Inselparadies ist das wir erwartet haetten. ganz im Gegenteil, die kleine Insel ist extrem touristisch und zugepflastert mit einfachen Hotels, zahllosen Restaurants, Shops und Bars. Daher beschlossen wir uns ein Moped auszuleihen und die weniger erschlossenen teile der Insel zu erkunden. das ist garnicht so einfach, den abseits der asphaltierten 2 hauptstrassen kommt man garnicht so leicht voran. steil bergauf und bergab auf extrem furchigen sand- und geroellwegen haben uns und unser moped ins schwitzen gebracht. schliesslich sind wir dann an einem weissen sandstrand gelandet und haben uns dort im feinen sand die sonne auf den bauch scheinen lassen. am naechsten tag haben wir das gemacht, mit dem koh tao am meisten wirbt: wir waren tauchen. und das war super! einen tauchgang am vormittag in relativ seichtem wasser (ca. 15 meter tiefe im durchschnitt) in dem wir allerlei farbenpraechtige fische bewundern konnten und dann einen tauchgang am nachmittag, in einer gegend wo man eher als advanced taucher taucht. rundherum tiefblaue meeresweite und trotz erlaubter 18 meter sind wir bis auf 24 meter getaucht. dieses erlebnis war fuer uns besonders atemberauebend (im wahrsten sinne des wortes – mein tauchflasche war bereits nach 34 minuten im roten bereich) weil man das gefuehl hat sich in undendlicher weite bzw. tiefe zu befinden! Einfach ein tolles gefuehl!

Gestern sind wir mit der Faehre und dem bus nach Bangkok zurueckgefahren, wo wir uns heute  zumittag wieder mit meiner mama und herbert getroffen haben. wir wohnen hier im 5 sterne dream hotel, im wahrsten sinne des wortes traumhaft und werden heute abend gemeinsam ins neue jahr rutschen! Fuer uns heissts ja bereits 6 Stunden vor euch happy new year!

Wir wuenschen euch allen einen guten Rutsch!



Frohe Weihnachten!

24 12 2009

Wir wuenschen euch allen frohe Weihnachten und ein paar besinnliche Feiertage!

Weihnachten am Strand

Frohe Weihnachten aus Thailand!

Fuer uns ist es heuer ja mal was ganz besonderes. Wir verbringen Weihnachten auf Koh Samui, einer Insel in Thailand, gemeinsam mit meiner Mama und Herbert. Wir wohnen hier in einem schoenen Resort direkt am Strand und lassen es uns so richtig gutgehen!

Weihnachten einmal anders!

Weihnachten einmal anders!

Frohe Weihnachten!



Tempel von Angkor

19 12 2009

Eine zehn-stuendige Nachtbus-Fahrt hat uns vom Strand in Sihanoukville nun nach Siam Reap – unsererem letzten Halt in Kambodscha und Ausgangspunkt fuer die Tempelanlagen von Angkor – gefuehrt. Um den ersten Tag in Siam Reap gleich ein bisschen nutzen zu koennen, haben wir uns fuer den Schlaf-Bus entschieden der laut Aussagen der Travel-Agency eine halbwegs bequeme Schlafmoeglichkeit haette bieten sollen. Tja, wir wurden kurzerhand in einen anderen Bus verfrachtet, in dem man nicht mal die Sitze ein paar Zentimeter umlegen konnte, so haben wir die nacht aufrecht sitzend im Bus verbracht, dabei kaum ein Auge zugemacht und sind entsprechend geraedert am fruehen Morgen in Siam Reap angekommen. Die “offizielle” Begruendung fuer den kurzfristigen Buswechsel lautete “es gibt ein technisches Problem mit dem Schlaf-Bus, wir muessen einen anderen verwenden” wenn man aber eine zeitlang in Asien unterwegs ist und staendig solche Geschichten aufgetischt bekommt lernt man ein bisschen zwischen den Zeilen zu lesen und uebersetzt bedeutet der Satz “wir konnten zum Glueck mehr Tickets als verfuegbare Plaetze fuer diese Nachtfahrt verkaufen, und im schlechten Bus gibt’s mehr Plaetze also grinsen wir euch Touristen jetzt einfach an und setzen euch in den schlechten Bus, weil ihr koennt eh nicht wirklich was dagegen unternehmen und ausserdem sehen wir uns eh nie wieder, und Refund gibt’s sowieso keinen”. Die Wahrheit liegt dann meist irgendwo dazwischen, aber oft ist’s ein bisschen muehsam noch zu unterscheiden wem man was glauben kann.

Naja, jedenfalls haben wir uns dann trotzdem – nach ein bisschen rasten – durchgerungen zumindest auch am Ankunftstag schon kurz zu den Tempelanlagen von Angkor zu fahren. Wir haben uns dafuer mit einem Tuk-Tuk-Fahrer einen 2-Tages-Tarif ausgemacht. Einmal am Abend hin zum Sonnenuntergang und am naechsten Tag dann eine Halbtages-Tour zu den verschiedenen Tempeln inklusive Sonnenaufgang und das ganze fuer 16 USD. Recht viel verdienen diese Fahrer (und auch alle anderen Leute) hier nicht, aber das ist die gaengige Rate die man auch ohne grosse Verhandlungskuenste angeboten bekommt.

Die Tempel von Ankor gehoeren zu den Highlights unserer Reise. Angkor bezeichnet eine Region nahe der Stadt Siem Reap, die vom 9. bis zum 15. Jahrhundert das Zentrum des historischen Khmer-Königreiches Kambuja bildete.

Weltbekannt wurde Angkor durch die noch heute sichtbaren Zeugnisse der Baukunst der Khmer in Form einzigartiger Tempelanlagen – allen voran durch den Angkor Wat, den ueberhaupt größten Tempelkomplex der Welt.

Auf einer Gesamtfläche von mehr als 200 km² wurden nacheinander mehrere Hauptstädte und in deren Zentrum jeweils ein großer Haupttempel errichtet. Bis heute wurden bereits mehr als 1.000 Tempel und Heiligtümer unterschiedlicher Größe entdeckt. Es gibt Vermutungen, dass im Großraum von Angkor am Höhepunkt des historischen Königreiches bis zu 1 Million Menschen auf etwa 1.000 km² gelebt haben könnten (und das zu einem Zeitpunkt als zB die Stadt London im Vergleich noch 50.000 Einwohner hatte!).

Die Anlage ist – wenn auch leider zum Teil schon sehr verfallen – schlichtweg beeindruckend , aber da brauch ich gar nicht viel dazu schreiben, schaut euch einfach die Fotos an, dann seht ihr ja selbst.

Von hier geht’s jetzt weiter zurueck nach Bangkok und dann in den Sueden Thailands auf die Insel Koh Samui um dort gemeinsam mit Kathis Mama und Herbert Weihnachten zu verbringen. Also, das naechste Update geht sich hoffentlich noch vor Weihnachten aus, also jedenfalls nochmal vorbeischauen auf unserem Blog!

zu den Fotos: Cambodia Part 2



Phnom Phen und Sihanouk Ville

17 12 2009

Phnom Phen

2 Tage haben wir in der hauptstadt kambodschas verbracht, die im vergleich zu den grossstaedten vietnams eine angenehme abwechslung ist. an die standardfrage “hello, want tuk tuk?” haben wir uns schon laengst gewoehnt und insgesamt geht es ein bisschen ruhiger und entspannter zu. haben auch wieder odentlich geschichtsprogramm absolviert und uns das ehemalige gefangenis, heute museuem, in dem die khmer rouge (kommunistische rebellen) nach ihrer machtuebernahme 1975 zahlreiche buerger gefangen genommen haben, verhoert und auf brutalste weise gefoltert haben um sie schlussendlich in den 14 km ausserhalb der stadt liegenden “killing-fields” zu massen hinzurichten. betroffen waren besonders gebildete buerger – eine fremdsprache, ja sogar allein das tragen von brillen, machte einen schon zum schuldigen. das ziel der khmer rouge war eine 2 klassen gesellschaft bestehend aus arbeitern und bauern. phnom phen wurde vollstaendig geraeumt, die bueger entweder vertrieben, in abeitsdoerfer verbannt oder gefangengenommen. bis 1979 wurden von den khmer rouge rund 2 millionen kambodschaner umgebracht. Dieses land hat also wie schon vietnam (hier haben wir das kriegsmuseum, das einem den vietnamkrieg in seinem ganzen wahnsinn nahebringt, besucht) dunkle jahre hinter sich und das hat uns schon sehr bedrueckt. eine empfehlung unsererseits ist der film “killing fields”, die hollywoodverfilmung eines einzelschicksals.

Man passt sich an und duest mit dem moped durch die stadt!

Man passt sich an und duest mit dem moped durch die stadt!

Sihanoukville

Kambodscha ist nebem dem schoenen hinterland auch eine stranddestination. Das haben wir uns natuerlich nicht entgehen lassen und hier 3 schoene tage verbracht. Heute abend gehts mit dem nachtbus weiter nach siam reap wo wir den ganzen stolz kambodschas, angkor war, besichtigen werden.

Sonnenuntergang am Strand

Sonnenuntergang am Strand

Fotos:

Vietnam Part 3

Kambodscha Part 1



Hoi an – Dalat – Saigon

11 12 2009

Hoi-an

Um meinen geburtstag zu feiern haben wir uns in einem wunderschoenen hotel etwas ausserhalb von hoi-an mit grossem pool, herrlichem fruehstuecksbuffet und sauna eingebucht! Hoi-an ist bekannt fuer sein zahlreichen schneider und tatsaechlich reiht sich ein schneider an den andren und man kann sich wirklich alles innerhalb von einem tag fuer wenig geld schneidern lassen. nachdem wir beim mittagessen dann aber beschlossen haben uns nichts zu kaufen, da wir ja eigentlich nichts brauchen und die rucksaecke (vorallem meiner ;-)) ohnehin schon so voll sind, ist die verlockung dann doch zu gross geworden und irgendwann haben wir nachgegeben und sind jetzt um einen anzug mit hemd, eine hose, oberteil und eine winterjacke reicher (bez. schwerer…) und ein paar dollar aermer!

DSCN6528

Roland hat sich ordentlich ins zeug gelegt um mir einen schoenen geburtstag zu bescheren. an dieser stelle auch ein herzliches dankeschoen fuer die zahlreichen glueckwuensche ueber die diversesten kommunikationskanaele! auch vom hotel wurde ich beschenkt und hab blumen und eine torte bekommen. und nachdem die vietnamesen es nicht gelten lassen wenn man hier als unverheiratetes paerchen reist hatte die torte die aufschrift “happy birthday mrs. suttner-huelmbauer”! das hat dem roland leider ziemlich zugesetzt und so hat – seiner meinung nach – die torte am naechten tag bei ihm zu unangenehmen durchfall, begleitet von fieber und starken rueckenschmerzen, gefuehert.  Die darauf folgende 10 stunden nachtbusfahrt und unmittelbar danach noch 8 stunden tagbusfahrt waren in diesem zustand natuerlich auch nicht ideal und roland hat ziemlich gelitten.

Dalat

In Dalat – der stadt des ewigen fuehlings – konnte sich roland wieder erholen. Einen tag haben wir die kleinstadt selbst erkundet, sind am see herumspaziert, haben das crazy haus – das kreative endprodukt einer architektin, die gebauedebau in einklang mit der natur bringen moechte und dadurch ein art maerchenhaus dass an alice im wunderland erinnert geschaffen hat – besichtigt und sind mit der seilbahn (natuerlich mal wieder made by doppelmayr) gefahren und haben den schoenen ausblick und tempelanlagen bewundert. Am 2. tag haben wir mit Rot, dem besitzer unsrer unterkunft, einen ausflug auf mopeds gemacht und einiges besichtigt: eine seidenfabrik, kaffeplantagen (vietnam ist anscheindend der 2. groesste kaffeeproduzent der welt), eine schwammerlfarm (ekelhaft kuenstlich), eine grillenfarm und einen wasserfall. Das besonderste war aber der besuch einer lokalen minoritaetenfamilie, in deren huette wir platznehmen durften und allerlei interessantes aber auch bedrueckendes ueber ihr leben erfahren haben. zb darueber wie die eltern von frauen ihnen maenner kaufen muessen. kein geld – kein mann fuer die frau. die frau bei der wir waren hatte 3 kleine kinder aber nachdem sich ihre familie es nicht leisten konnte den mann zu kaufen wurde der von seinen eltern kurzerhand an eine andre frau verkauft… “gluecklicherweise” konnte sie selbst ihren 7-jaehrigen sohn schon jemandem versprechen und hat somit fuer ihre tochter schon die mittel ihr einmal einen mann zu kaufen. Man hat das gefuehl in einer andren welt in einem andren zeitalter zu sein… Interessant war auch zu erfahren dass viele der frauen ihre kinder immer noch selbst im jungel gebaehren weil sie zu schuechtern sind in ein krankenhaus (das ihnen die regierung bezahlen wuerde) zu gehen. Das beachtlichste ist jedoch dass diese menschen trotz ihren lebensumstaenden ihren humor nicht verlieren und gerne aus ihrem leben erzaehlen. (Unser guide Rot hat gedolmetscht). und wenn man ihnen dann ein bisschen geld fuer die kinder zusteckt (20.000 vdn = 80 cent) ist die dankbarkeit gross.

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Ho chi minh city – Saigon

Gestern sind wir nach HCMC – das ehemalige Saigon – gekommen und werden heute ein wenig die stadt erkunden! HCMC ist schon unsere letzte station in vietnam, morgen gehts weiter nach kambodscha!